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Klimawandel und Ernährung

Klimawandel und Ernährung

Der Klimawandel wird zu einem immer drängenderen Problem für die Menschheit. Auch im Kontext von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion sind Klimaveränderungen ein längst erkanntes, zentrales Problem.

Die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen der Art, wie Lebensmittel global erzeugt und weiterverarbeitet werden und dem Zustand des Klimas sind immens – und die Komplexität des Problemfeldes enorm. Vereinfacht gesagt verstärken einerseits industrielle Landwirtschaft sowie die Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Nahrungsmittels den Klimawandel. Andererseits bekommen Landwirte und Fischer vielerorts schon jetzt die verheerenden Folgen der Erderwärmung zu spüren.

Arme besonders benachteiligt

Es ist eine Tragödie, dass – wie so oft – insbesondere die Ärmsten der Armen vom Klimawandel betroffen sind. So werden zum Beispiel schon jetzt ganze Fischereidörfer, die für ihren Unterhalt auf die Fischerei angewiesen sind, ihrer Lebensgrundlage beraubt. Auch in der Landwirtschaft sind vor allem Kleinerzeuger aus dem globalen Süden durch die Folgen des Klimawandels benachteiligt und verlieren durch Dürren, steigende Temperaturen oder ausbleibende bzw. zu starke Regenfälle große Teile ihrer Ernte.

Landwirtschaft ist ein zentrales Handlungsfeld

Insgesamt verursacht die Landwirtschaft circa ein Drittel aller globalen Treibhausgase. Laut Weltklimarat IPCC beschränkt sich dieser Prozentsatz allein auf die Landwirtschaft und berechnet weitere Schritte der Lebensmittelproduktion noch nicht einmal mit ein (Weltagrarbericht mit Daten des IPCC): „Verarbeitung, Transport, Kühlung, Erhitzung, Zubereitung und Entsorgung von Lebensmitteln hinzugerechnet, die der IPCC in anderen Sektoren verbucht, ergibt, dass über 40% aller Emissionen davon abhängen, wie wir uns ernähren und Landwirtschaft betreiben“. Weitere zentrale Handlungsfelder, die sich auch negativ auf Umwelt und Klima auswirken, sind z. B. die Lebensmittel- und Ressourcenverschwendung, der Verlust der Bodenfruchtbarkeit, die Erzeugung von Unmengen an Verpackungsmüll wie Plastik, lange Transportwege und Wertschöpfungsketten sowie das individuelle Konsumverhalten eines jeden Bürgers.

Gute, saubere und faire Praktiken fördern die Nachhaltigkeit

Abhängig von der Art der Lebensmittelproduktion gibt es allerdings sehr deutliche Unterschiede, was das Ausmaß an Umweltbelastungen angeht. Während die Prozesse der Agrarindustrie sehr hohe Umweltbelastungen nach sich ziehen, gibt es Erzeuger, die bereits heute zukunftsfähig wirtschaften und nachhaltig produzieren: Erzeuger, die auf gute, saubere und faire Praktiken und Prozesse setzen zeigen die Alternativen für morgen auf. Deswegen unterstützt Slow Food Erzeuger, Gastronomen, Lebensmittelhandwerker und Verbraucher, die dem Problem des Klimawandels mit klimafreundlichen und zugleich alltagstauglichen Modellen begegnen, und stellt diese Leuchtturmprojekte in den Mittelpunkt der Vereinsarbeit. Slow Food möchte zeigen, dass es sie gibt: Die Möglichkeiten, seinen Beitrag zu leisten, um dem Klimawandel und seinen Folgen entgegenzuwirken. Ein sofortiges Handeln ist unabdingbar, denn die Auswirkungen der Erderwärmung sind für lokale Gemeinschaften und vor allem auch kleine Landwirte und Erzeuger vielerorts schon jetzt dramatisch.

Hinweis: Für Deutschland sind die Zahlen des Umweltbundesamtes von Bedeutung www.umweltbundesamt.de

 

Titelbild: Gewitterwolken. | © Katharina Heuberger
Großes
Bild oben: Massai mit Viehherde in Kenia. |
© Barbara Assheuer


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