Aktuelles
Amazonasbrände treiben Klimawandel voran – EU verstärkt Tendenz durch Mercosur-Handelsabkommen

23.08.2019 - Aktuell brennen hunderte Quadratkilometer des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien, Paraguay und Bolivien. Diese Waldbrände sind fatal für das Weltklima: Als größter CO2-Speicher ist der Regenwald ganz bedeutend für den Klimaschutz. Und obwohl Jair Bolsonaro in Brasilien seit seinem Amtsantritt im Januar deutlich gemacht hat, dass seine Regierung auf Seiten der Agrarindustrie und somit der Begünstigung weiterer Regenwaldrodungen steht und er auch mit den Bränden in Verbindung gebracht wird, hat die EU munter den Weg für das Mercosur-Handelsabkommen mit Brasilien und den anderen Ländern des südamerikanischen Staatenbunds Mercosur frei gemacht. Ein Unding, meint Slow Food Deutschland und fordert die EU auf, sich ihrer Mitschuld an den Klima- und Umweltdesastern bewusst zu werden, die sie dadurch ins Rollen bringen.
Bienen-Volksbegehren Baden-Württemberg: Start Ende September

14.08.2019 - Nach dem überwältigenden Zuspruch aus der Baden-Württemberger Zivilgesellschaft mit 35.865 Unterschriften hat jetzt auch die Landesregierung den Weg für das erste landesweite Volksbegehren frei gemacht. Das Innenministerium teilte dem Trägerkreis des Volksbegehrens Artenschutz – „Rettet die Bienen“, heute die Genehmigung des entsprechenden Antrags mit. Damit startet das Volksbegehren Ende September, den offiziellen Zeitraum teilt das Ministerium in den nächsten Tagen mit.
Weltklimarat-Bericht bestätigt: Abkehr von industriellem Lebensmittelsystem unabdingbar

08.08.2019 - Der heute veröffentlichte Landsektor-Bericht des Weltklimarats der Vereinten Nationen (IPCC) macht deutlich, dass eine noch größere Klimakrise nur verhindert werden kann, wenn sich die Regierungen der Welt zielstrebigen Klima-Strategien verpflichten und diese umsetzen. Auch die Bundesregierung muss bis September einen ambitionierten Plan vorlegen. Slow Food Deutschland fordert, dass sich dieser nicht auf freiwillige Vorgaben für Handel und Verbraucher stützen darf und sich dem Thema Ernährungswende ganz zentral widmen muss.
Höhere Mehrwertsteuern reichen für echtes Tierwohl nicht aus

07.08.2019 - Grüne, SPD und Union fordern eine höhere Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf Fleisch. Die Mehreinnahmen sollen unter anderem in den Umbau auf artgerechte Nutztierhaltung fließen. Slow Food begrüßt, dass damit der unverhältnismäßige Konsum von Fleisch erneut in den öffentlichen Fokus rückt. Die Logik des industriellen Lebensmittelsystems, Fleisch als billige Massenware zu handeln, jedoch durchbricht eine Mehrwertsteuererhöhung nicht. Slow Food fordert langfristige und konsequente Lösungen.
Europäische Fischerei: Fangverbot für Dorsch

24.07.2019 - Die Europäische Kommission hat ein Fangverbot für den Dorsch in der östlichen Ostsee verabschiedet. Es tritt ab heute in Kraft, gilt bis Ende diesen Jahres und betrifft die wichtigsten Teile der östlichen Ostsee, in denen diese Fischpopulation vorkommt. Slow Food begrüßt die Schutzmaßnahme, kritisiert jedoch, dass sie zu einem Zeitpunkt in Kraft tritt, zu dem ein Großteil der jährlichen Fischerei bereits abgeschlossen ist.
Neue Gentechnik: Droht das Ende der Freiheit auf eine gentechnikfreie Ernährung?

23.07.2019 - Am 25. Juli 2018 entschied der Europäische Gerichtshof, dass Lebewesen, die durch neue Züchtungstechniken wie die Genschere CRISPR/Cas entstanden sind, wie bisherige gentechnisch veränderte Organismen behandelt werden sollen und somit unter das EU-Gentechnikrecht fallen. Aktuell versuchen Industrievertreter und mehrere EU-Mitgliedsstaaten diese Entscheidung auszuhebeln.
Globale Ernährungszusammenhänge: Dr. Iris Schöninger im Interview

22.07.2019 - Im Rahmen der Slow Food Youth Akademie hat Slow Food Dr. Iris Schöninger zu den globalen Zusammenhängen des Lebensmittelsystems befragt. Durch ihre Arbeit bei der Welthungerhilfe als Beraterin der Präsidentin und Koordinatorin für Grundsatzfragen verfügt Schöninger über ein weitreichendes Wissen über die komplexen Zusammenhänge zwischen unserem Ernährungsstil, den Gegebenheiten in Drittländern, dem Welthandel und Entwicklungszielen.
Neues Vorstandsmitglied: Vier Fragen an Fischereiexpertin Dr. Nina Wolff

17.07.2019 - Seit der Vorstandswahl Anfang Juli ist die Juristin und Fischerei-Expertin Dr. Nina Wolff aus der Slow-Food-Gruppe in Berlin stellvertretende Vorsitzende von Slow Food Deutschland. Im Interview sprachen wir mit ihr über die Zusammenhänge des globalen Lebensmittelsystems, Stellschrauben für Veränderung und über die Themen, die sie im Zuge der Vorstandsarbeit gerne vorantreiben möchte.
Landwirtschaft 4.0: Digitalisierung als Gefahr oder Chance?

10.07.2019 - Roboter im Stall, Drohnen über dem Acker und selbstfahrende Traktoren – was vor ein paar Jahren noch futuristisch klang ist inzwischen Realität. Die digitale Revolution - Landwirtschaft 4.0 - ist längst nicht abgeschlossen, sondern kurz davor, lückenlos von Acker und Stall bis auf unsere Teller zu reichen. Ist diese Entwicklung gut oder schlecht? Was bedeutet sie für die Landwirtschaft? Und welche gesellschaftlichen Folgen könnten sich aus der Digitalisierung im Agrarsektor ergeben? Eine Reportage von Marianne Landzettel.
Einspruch gegen Patent auf Lachs und Forellen: Breites Bündnis gegen Fake-Erfindung

26.06.2019 - Ein breites Bündnis von über 30 Organisationen, das zusätzlich von rund 5000 Einzelpersonen unterstützt wird, hat heute Einspruch gegen das Patent auf Lachs und Forellen (EP1965658) eingelegt. Das Bündnis - zu dem auch Slow Food Deutschland gehört - fordert einen vollständigen Widerruf des Patentes, das keine technische Erfindung sei, sondern viel eher den Charakter eines patentierten Plagiats aufweise.
Pestizid-Einsatz in Brasilien: Neue Regierung stellt Industrie vor Mensch, Tier und Umwelt

07.06.2019 – Am 2. Mai organisierten Slow Food Deutschland und MISEREOR im Münchner Zukunftssalon eine Diskussionsrunde zum Thema Pestizide. Alan Tygel, Mitglied im Koordinierungskreis „Netzwerk gegen Agrargifte und für das Leben“, berichtete anhand des Beispiels Brasilien über die erschreckenden Auswirkungen des Pestizid-Einsatzes für Mensch und Umwelt sowie über die Machtkonzentration und politische Einflussnahme der Agrarindustrie.
Neue Pflanzenzüchtungstechniken

05.06.2019 - Vytenis Andriukaitis, scheidender EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, sprang im März in einem Artikel auf »Euractiv« überraschenderweise in die Bresche für neue Pflanzenzüchtungstechniken wie die Genschere CRISPR/Cas. Verfahren, welche Gensequenzen von Samen und Pflanzenzellen so präzise wie nie zuvor verändern können, um bestimmte Eigenschaften entweder zu vermindern oder zu verstärken sowie neue Pflanzensorten zu entwickeln. Verfechter wie Andriukaitis und mit ihm Vertreter der Biotech-Branche sehen darin die Lösung, um ausreichend Lebensmittel für eine wachsende Weltbevölkerung zu produzieren und unsere Nutzpflanzen gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen. "Wir müssen wissen, was wir säen und essen" sagt dagegen Ursula Hudson in ihrem Kommentar dazu aus dem Slow Food Magazin.
Zulassungswelle bei Gentechnik-Pflanzen und noch mehr Importe bald nach der EU-Wahl?

23.05.2019 - Über 40 Organisationen aus den Bereichen Wissenschaft, Umweltschutz, Lobby-Kontrolle, Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft, darunter Slow Food, haben heute einen gemeinsamen Brief veröffentlicht. Sie warnen davor, dass die derzeitige EU-Kommission vor dem Herbst noch rund ein Dutzend Zulassungen für Gentechnik-Pflanzen erteilen könnte, obwohl deren Risikobewertung wissenschaftlich unzureichend ist.
Internationaler Tag zum Erhalt der Artenvielfalt: Essen, was man retten will!

16.05.2019 - Der rapide Biodiversitätsverlust bringt das Gleichgewicht des Planeten immer mehr ins Schwanken, schränkt unsere Ernährungssouveränität ein und gefährdet langfristig die Ernährungssicherheit. Anlässlich des Internationalen Tags zum Erhalt der Artenvielfalt am 22. Mai fordert Slow Food Deutschland Politik und Lebensmittelhandel auf, dringend einen ambitionierten Aktionsplan zum Erhalt der Artenvielfalt umzusetzen. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich für die Artenvielfalt einsetzen, indem sie essen, was sie retten wollen und alte Sorten und ökologisch erzeugte Lebensmittel beim Einkauf vorziehen sowie samenfeste Sorten im Garten anbauen.
Einspruch unterzeichnen: Kein Patent auf Fische, Hühner, Schweine und Kühe!

09.05.2019 - Das Europäische Patentamt (EPA) hat ein Patent auf Lachse erteilt, die mit bestimmten Pflanzen gefüttert wurden (EP1965658). Patentiert wurde das Futtermittel, die Haltung der Fische und ihre Fütterung, die Fische selbst, sowie das Fischöl. Die Fische sollen mit herkömmlichen oder auch gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden. Lebensmittel, die von diesen Lachsen stammen, sollen in der Folge einen erhöhten Gehalt an Omega-3-Fettsäuren aufweisen. Derartige Fettsäuren werden oft als gesundheitlich wertvoll bezeichnet. Diese Idee ist keineswegs neu: Es ist bekannt, dass beispielsweise die Milch von Kühen, die auf der Weide gehalten werden und dort grasen, einen höheren Gehalt an derartigen Fettsäuren aufweist.
Fakten zur Gemeinsamen EU-Agrarpolitik: Darum geht die EU-Wahl 2019 uns alle an

16.05.2019 - Am 26. Mai 2019 ist Europa-Wahl in Deutschland. Warum betrifft uns das und warum sollte man wählen gehen? Essen ist politisch und über die Zukunft unseres Essens wird maßgeblich auf EU-Ebene entschieden! 2019 wird z. B. über die neue Gemeinsame EU-Agrarpolitik entschieden. Diese bestimmt, welche Landwirtschaft die EU jährlich mit 60 Milliarden Euro EU-Agrargeldern unterstützt und wohin die Gelder fließen. Für die Agrarindustrie oder eine faire Landwirtschaft? Mit einer Online-Kampagne gibt Slow Food Antworten auf die Fragen: Was hat unser Essen mit der EU-Agrarpolitik zu tun? Welchen Einfluss hat sie auf unser Lebensmittelsystem?
EU-Wahl 2019: Unsere Vision für Europa

07.05.2019 - In den letzten Jahren wurden die Einheit und die Werte der Europäer auf zahlreiche harte Proben gestellt. Vom 23. bis 26. Mai werden Millionen Europäer in die Wahllokale strömen, um ihre Stimme für die Wahlen des Europäischen Parlaments abzugeben. Diese Europawahlen sind richtungsweisend für die Zukunft Europas. Die EU trägt zum Beispiel durch die Förderung der industriellen Landwirtschaft innerhalb und außerhalb der europäischen Grenzen maßgeblich zum Artenschwund und Klimawandel bei. Deswegen macht Slow Food deutlich, warum eine jede EU-Bürgerin und ein jeder EU-Bürger Ende Mai wählen gehen sollte und richtet sich in einem „Manifest“ mit klaren Forderungen zur Gemeinsamen EU-Agrarpolitik und Zukunft Europas an die EU-Kandidaten.
Vermeintliche Heilsbringer

28.03.2019 - In diesem Kommentar äußert sich Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland, zum Thema Biolebensmittel in Discountern. Bio-Lebensmittel haben die Nische verlassen und finden sich mittlerweile in vielen Discounter-Supermarktregalen. Eine echte Wertigkeit von Lebensmitteln widerspricht der Grundlage des Discounts, meint Slow Food....
Neuer IPES Bericht: Hin zu einer Gemeinsamen Lebensmittelpolitik für Europa

11.02.2019 – Am 7. Februar 2019 veröffentlichte IPES, das Panel of Experts on Sustainable Food Systems, seinen Vorschlag für eine Gemeinsame Lebensmittelpolitik für Europa. Slow Food war einer der ganz wichtigen Akteure, die über einen Zeitraum von drei Jahren diesen konkreten Plan für die Umgestaltung des aktuellen europäischen Lebensmittelsystems ausgearbeitet haben. In einem sind sich alle Mitwirkenden einig: Es führt kein Weg daran vorbei, die Gemeinsame EU-Agrarpolitik in eine ressortübergreifende EU-Lebensmittelpolitik zu überführen. Anders lässt sich der dringend nötige Wandel hin zu einem zukunftsfähigen Lebensmittelsystem nicht bewerkstelligen.
Bundesregierung muss Potenzial von Agrarökologie nutzen

18.01.2019 - Armut, Hunger, Artensterben, Bodenzerstörung, Klimakrise – hunderte Millionen von bäuerlichen Erzeugerinnen und Erzeugern sind davon betroffen. Die industrielle Landwirtschaft bedroht nachweislich die Existenz (klein-)bäuerlicher Erzeuger und gefährdet die natürlichen Lebensgrundlagen hierzulande und im globalen Süden. In einem heute veröffentlichten Positionspapier fordern 56 zivilgesellschaftliche Organisationen die Bundesregierung auf, Agrarökologie zum zentralen Förderkonzept zur Armutsbekämpfung und zur Anpassung an die Klimakrise zu machen und sie als Grundlage für eine Reform der EU-Agrarpolitik zu nutzen. Das Konzept ist wissenschaftlich fundiert, in der Praxis hinlänglich erprobt und ganzheitlich im Ansatz.